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Siddharthas Reise zum eigenen Selbst

Am Freitag begeisterte der begnadete Erzähler Friedrich Raad mit seiner charismatischen, beruhigenden Stimme und seinen Schattenfiguren das Publikum im Wohnzimmer der Stadtbücherei Werne. Die Geschichte des Brahmanensohnes „Siddhartha“ von Herrmann Hesse hörte sich zwar nach schwerer Kost an, doch gelang es Friedrich Raad und seinem Kollegen, sie musikalisch unterlegt mit verschiedenen Scherenschnittfiguren vor schön gemalter indischer Landschaft und farbigem Lichtspiel anschaulich zu präsentieren.

Die Reise des wissens- und geistesdurstigen Siddhartha, der spürt, dass Wissen nicht alles ist, führt über das Verlassen seines Elternhauses, ein Leben in Askese, eine Einführung in die Kunst der Liebe, den Beweis der eigenen Geschäftstüchtigkeit und Glücksspiel bis hin zu einem Selbstmordversuch und der rettenden Erkenntnis, dass ein gutes Leben und Weisheit nicht durch Lehren anderer vermittelt werden können, sondern nur durch eigene Erfahrung und das Annehmen des Augenblicks. Eine Botschaft, die in der heutigen schnelllebigen Welt den Nerv der Zeit trifft.

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